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1949 übernimmt Aenne Burda einen kleinen Verlag in Lahr mit 48 Mitarbeitern.
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Schon die kleine Anna wusste: "Ich will"
Das Leben schreibt nur ganz selten solche Geschichten. Und so mag der Aufstieg eines Mädchens aus einfachsten Verhältnissen zur weltbekannten Unternehmerin und "Königin der Mode" vielen, die Aenne Burda später bewunderten, wie ein Märchen erschienen sein. Doch es war keine gute Fee, die mit ihrem Zauberstab diese atemberaubende Karriere aus dem Nichts erschuf. Es war Aenne Burda selbst, ihr Fleiß, ihre Durchsetzungskraft, ihre Zielstrebigkeit.
"Ich will!" - so lautete ihr Wahlspruch schon als Kind. Und was sie wollte, erreichte sie gewöhnlich auch.
Anna Magdalene Lemminger wurde am 28.Juli 1909 im badischen Offenburg als Tochter eines Lokomotivführers geboren. "Ein liebes Kind war ich nicht", meinte sie später.
Die Mutter, eine stille, brave Hausfrau, war für sie kein Vorbild. Im Gegenteil: Ein genügsames Heimchen am Herd, das war nichts für Anna. Den Vater aber liebte sie "wahnsinnig".
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Ganz offen gestand sie, dass sie immer "etwas Besseres" sein wollte. Auch bei der Erstkommunion 1919. Anna wollte mit einer Droschke hinfahren wie die Kinder der Begüterten. Die Eltern sagten nein: zu teuer! Aber mit der Bäckerstochter von nebenan kratzte Anna das Geld zusammen und bekam die Droschkenfahrt.
Mit 17 beschloss sie, ihre wundervollen schwarzen Haare abschneiden zu lassen. "Die anderen Mädchen trugen Zöpfchen, ich einen Bubikopf".
Auch ihren Namen änderte sie. Nach ihrem Lieblingslied "Annchen von Tharau" ließ sie Anna zu Aenne werden - wenn fortan in Offenburg von "Aenne" gesprochen wurde, wusste jeder, wer gemeint war.
Aenne ging mit 17 nach der mittleren Reife von der Klosterschule ab und wurde Kassiererin beim E-Werk. Als solche musste sie auch beim Offenburger Druck- und Verlagshaus Burda Rückstände eintreiben. |
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Juniorchef Dr. Franz Burda sah sie und war verzaubert. "Sie war das schönste Mädle von Offenburg", sagte er noch Jahrzehnte später.
Am 9.Juli 1931 war Hochzeit. Aenne Burda schenkte ihrem Mann Franz drei Söhne, Franz (1932), Frieder (1936) und Hubert (1940). Und dann, 1949, öffnete sich für die immerhin schon 40-jährige Powerfrau das Tor in eine strahlende Zukunft: Ihr Mann schenkte ihr einen fast konkursreifen Modenverlag in Lahr. Aenne Burda krempelte die Ärmel hoch und sagte: "Wunder sind machbar." |
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